Das Rosenkranzfest

Veröffentlicht am 07.10.2021

Kalenderblatt - Der Oktober ist nicht nur Missionsmonat, sondern auch traditionell dem heiligen Rosenkranz geweiht. Am heutigen Gedenktag betrachten wir "Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz". Mit den Augen der Gottesmutter schauen wir auf das Leben ihres Sohnes. Man könnte von einem "gestrafften Evangelium" sprechen, wenn wir das Leben, Sterben und Auferstehen des Herrn betrachten. Das Fest bezieht sich auf den Rosenkranz als Bittgebet, mit dem wir Maria um ihre Hilfe und ihren Schutz anflehen. Ausgehend von diesem Fest führte Papst Leo XIII. den "Rosenkranzmonat" ein, indem er die Gläubigen zum täglichen Rosenkranzgebet aufforderte.



Stichwort: Rosenkranzfest.

Kalenderblatt um 8:00 Uhr mit Pater Stefan Neugebauer CP aus dem Passionistenkloster München-Pasing

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Das Rosenkranzgebet selbst ist aus der Aufforderung des heiligen Paulus entstanden: "Betet ohne Unterlass!" (1 Thess 5,17). Die Wüstenväter und -mütter des 3. bis 5. Jahrhunderts nahmen das wörtlich: Für jedes verrichtete Gebet legten sie einen Stein in einen Korb oder fertigten Gebetsschnüre an. Mit dem Aufkommen des Stundengebets in den Klöstern und dem Rezitieren der 150 Psalmen tauchten Gebetsschnüre mit 150 Knoten (Zahl der Psalmen) auf, an denen entlang die leseunkundigen Ordensangehörigen statt der Psalmen 150 Vaterunser beteten.



Diese "Paternosterschnüre" gingen im Zuge der mittelalterlichen Marienminne in die heutige Rosenkranzgestalt über: Zwischen den einzelnen Vaterunsern wurde das Ave Maria mit der Betrachtung bestimmter "Geheimnisse" des Lebens Jesu aus der Sicht Mariens zwischengeschaltet. Ab dem 15. Jahrhundert entwickelte sich im deutschsprachigen Raum die Variante mit 15 "Geheimnissen" à zehn Ave Maria, die das Konzil von Trient schließlich verbindlich machte. Bis heute betet die Kirche diesen Rosenkranz. Seinen Triumph feierte das Rosenkranzgebet am 7. Oktober 1571 beim Sieg der "Heiligen Liga" gegen die als unbesiegbar geltende osmanische Flotte bei Lepanto im Golf von Patras. Diesen Sieg schrieb Papst Pius V. dem Rosenkranzgebet zu, um das er die Christenheit gebeten hatte.



Den Gedenktag "Unserer Lieben Frau vom Sieg" benannte Papst Gregor XIII. nur zwei Jahre später in den Gedenktag "Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz" um.

Nach der Schlacht von Peterwardein gegen die Osmanen am 5. Oktober 1716 wurde der erste Sonntag im Oktober als Fest in den Römischen Kalender aufgenommen. Den Oktober als Rosenkranzmonat führte Papst Leo XIII. 1884 ein. Papst Johannes Paul II. ergänzte 2002 die drei Gebetsreihen des Freudenreichen, Schmerzhaften und Glorreichen Rosenkranzes um die Betrachtung der Lichtreichen Geheimnisse des Lebens und der Sendung Jesu Christi.