Das geistliche Tagebuch des heiligen Johannes XXIII.

Veröffentlicht am 11.10.2021

Spiritualität - Als "Papa buono" ist er in die Geschichte eingegangen und hat die Kirche mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ins 20. Jahrhundert geführt: Papst Johannes XXIII. (1958-1963). Im Jahr 2014 hat ihn sein Nachfolger, Papst Franziskus, heiliggesprochen. Wie auch Papst Franziskus, forderte der Roncalli-Papst Johannes XXIII. immer wieder mehr Barmherzigkeit.



Johannes XXIII - sein geistliches Tagebuch.

Spiritualität um 14:00 Uhr mit Pater Dr. Johannes Maria Poblotzki CB

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Angelo Giuseppe Roncalli (1881-1963) wuchs als Sohn armer Bauern auf. Von einem Großonkel und seinem Gemeindepfarrer wurde er mit Glaubenswissen, Lateinunterricht und Geld unterstützt, so dass er im Knabenseminar von Bergamo aufgenommen wurde. Durch ein Stipendium kam er zum Studium nach Rom. Das Studium schloss er mit dem Doktorat ab. Nach dem einjährigen Militärdienst, den er für seinen jüngeren Bruder ableistete, der den elterlichen Hof übernommen hatte, wurde Roncalli 1904 zum Priester geweiht.

Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs (1914) war er Sekretär des Bischofs von Bergamo und machte sich als Professor und Spezialist für die Kirchengeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts einen Namen. Nach dem Krieg wurde Roncalli Leitung des Päpstlichen Missionswerks in Italien und 1925 Apostolischer Visitator und Delegat im Bischofsrang zunächst in Bulgarien und anschließend in der Türkei.

1944 wurde er zu seiner eigenen und allgemeinen Überraschung Apostolischer Nuntius in Frankreich. Roncalli agierte geschickt, erwarb sich mit Liebenswürdigkeit und Humor die Achtung sowohl der Gläubigen als auch der Politiker und wurde zum Kardinal erhoben.



1953 wurde Angelo Roncalli zum Patriarchen von Venedig ernannt. Am 28. Oktober 1958 nahm er auf dem Stuhl Petri Platz - seines fortgeschrittenen Alters wegen vielleicht als "Übergangspapst". Er berief das Zweite Vatikanische Konzil ein, schaffte das uralte päpstliche Hofzeremoniell ab, verließ als erster Papst seit 1870 den Vatikan und besuchte die römischen Pfarreien. Er half 1962, einen Dritten Weltkrieg zu verhindern und verfasste bahnbrechende Enzykliken, durch die sich die Kirche den allgemeinen Menschenrechten und dem Weltfrieden verpflichtete.

Er konnte allerdings nur zwei Sitzungen des Konzils selber leiten; er verstarb am Pfingstmontag 1963 an Krebs. Johannes XXIII. wurde 2000 selig- und 2014 heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der Eröffnungstag des Zweiten Vatikanischen Konzils.