Der Heilige Pfarrer von Ars

Veröffentlicht am 04.08.2022

Kalenderblatt - Die Bildung fehlte ihm und Jean-Marie Vianney schien ungeeignet für das Priestertum. Seine tiefe Frömmigkeit ermöglichte es ihm jedoch nach langem Kampf, 1815 zum Priester geweiht zu werden.

Als er im Februar 1818 seine Pfarrstelle im "gottverlassenen" Ars annahm, hatte er eine Vision: "Diese Pfarrei wird die Menschen nicht fassen, die später einmal hierher kommen werden." Als Prediger und Beichtvater ist er seit 1929 der Patron aller Priester. Im Kalenderblatt stellen wir Ihnen den Pfarrer von Ars vor. 

Johannes Maria Vianney, Heiliger Pfarrer von Ars

Kalenderblatt um 08:00 Uhr mit Margit Rex

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Unsere Sendungen zum heiligen Pfarrer von Ars

Am 8. Mai 1786 in einem kleinen Dorf bei Lyon geboren, lernte er seinen Glauben von seinen tieffrommen Eltern. Seine Mutter hat ihm täglich von Jesus und den Heiligen erzählt. Jean-Marie wuchs inmitten der Französischen Revolution auf: An den Besuch der Heiligen Messe und der Schule war nicht zu denken. Seine Erstkommunion empfing er von einem Untergrundpriester in einer Scheune. Im Alter von 17 Jahren entschloss er sich, Priester zu werden, um, wie er sagte, "Seelen für den lieben Gott zu gewinnen".

Jean-Marie Vianney wurde als Priester nach Ars geschickt

Nachdem Jean-Marie vom Militärdienst desertiert und untergetaucht war, wollte er seiner Berufung weiter folgen und trat ins Priesterseminar ein. Aufgrund seiner mangelnden Bildung und fehlender Lateinkenntnisse wurde er zunächst ausgeschlossen, aber nach dem Einsatz von Charles Balley 1815 zum Priester geweiht. Seine erste Pfarrstelle war das Dorf Ars mit rund 200 Einwohnern. Bis auf den sonntäglichen Messbesuch hatten die Einwohner kein Interesse an Kirche und Religion. "Dort kann er nichts mehr zerstören", soll sein zuständiger Bischof gesagt haben.

Vianney "bekehrt" Ars durch sein Leben und Vorbild

Jean-Marie Vianney macht sich an die Arbeit: Er verbietet Tanzveranstaltungen, Kneipen und die Sonntagsarbeit, baut ein Waisenhaus und eine Mädchenschule. Er selbst lebt arm, asketisch und allein auf Gott ausgerichtet. Statt von ewigen Höllenstrafen zu reden, fastete er, schlief auf dem Boden oder auf Holzbrettern und büßte. Nicht selten nahm er die Buße der Beichtenden selbst auf sich. Den Bewohnern machte er klar: "Sagt nicht, dass ihr Sünder seid und deshalb nicht zu kommen wagt. Ebenso gut könntet ihr sagen, dass ihr zu krank seid und deswegen keine Kur machen wollt, dass ihr deswegen keinen Arzt rufen wollt."

33 Jahre lang 17 Stunden täglich im Beichtstuhl

Ausgezeichnet hat sich Jean-Marie Vianney vor allem durch seine Authentizität und sein Vorbild. Im Beichstuhl saß er täglich zwischen 10 und 17 Stunden, weinte mit den Beichtenden und freute sich mit ihnen über jede noch so kleine Bekehrung.

1859 starb er ausgezehrt und erschöpft am Morgen des 4. August. 45 Jahre später wurde er selig- und 1925 heiliggesprochen.