Seit Jahrhunderten finden Menschen Trost, Hoffnung und geistliche Heimat am Wallfahrtsort zur schmerzhaften Muttergottes in Bödingen. Der traditionsreiche Pilgerort im Rhein-Sieg-Kreis steht am Donnerstag, den 28. Mai, im Mittelpunkt der Sendung Spiritualität. Wallfahrtspfarrer Pfarrvikar Reinhard Friedrichs gibt dabei Einblicke in die bewegte Geschichte, die besondere Spiritualität und die lebendige Bedeutung des ältesten Wallfahrtsorts zur schmerzhaften Muttergottes in Deutschland.
Wallfahrtsort zur schmerzhaften Muttergottes Bödingen
⏰Spiritualität am 28.05.2026 um 14:00 Uhr
➡️mit Wallfahrtspfarrer Pfarrvikar Reinhard Friedrichs
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Ein frommer Einsiedler, Christian von Lauthausen, stellt bei seiner Klause im Walde zwischen Lauthausen und Altenbödingen ein Bild der schmerzhaften Mutter auf (nach einer Marienerscheinung). Zahlreiche Wunder und Gebetserhörungen zogen viele Pilgern an, aus deren Opfergaben 1408 die schöne Wallfahrtskirche vollendet wurde, in der das Bild aufgestellt worden war. Am 24. Juni 1424 zogen in Bödingen die Augustinerchorherren aus Holland ein. Fast 400 Jahre waren die Augustiner-Patres in Bödingen unermüdlich im Dienste der Schmerzensmutter tätig. Nach Aufhebung des Klosters 1803 wurde Bödingen als Wallfahrtsort weniger besucht.
Der seeleneifrige Pfarrer von Bödingen, Karl Anton Kremer (1869-1888), suchte durch die Restauration der Kirche, Sammlungen der Geschichte, Erneuerung der Bruderschaft die Wallfahrt wieder zu heben. Einen Glanz- und Wendepunkt in der Geschichte der Wallfahrt zur Schmerzensmutter von Bödingen bildet unter Pfarrer Grommes das 500-jährige Jubiläum am 15. Mai 1908, dem sogenannten Kompassionsfeste oder Schmerzensfreitage. Der Jubiläumstag, dem Exerzitien vorausgingen, wurde durch ein Pontifikalamt würdig eingeleitet und am Abend durch eine Lichterprozession über den Silberling und eine Weihe an Maria schön beschlossen. An die 3000 Teilnehmer geleiteten das 500 Jahre alte Gnadenbild in feierlichem Lichterzuge.
Eine Besonderheit ist das Kompassionsfest: Jeden 4. Freitag nach Ostern feiert Bödingen dieses. Die Provinzialsynode von Köln hat 1423 diesen Tag zum Kompassionsfest (Mitleidens der Schmerzensmutter) erhoben. Dieses Fest ist das einzige Kompassionsfest, das noch in Europa besteht.
Pfarrvikar Reinhard Friedrichs wurde am 15. Januar 1957 in Aachen geboren und wuchs bis zu seinem Abiturabschluss 1975 dort auf. Er studierte in Bonn und Freiburg Theologie was er mit dem Diplom abschloss. 1981 wurde Pastor Friedrichs als Diakon in Neuss eingesetzt. Im Hohen Dom zu Köln weihte Kardinal Höffner ihn im Jahre 1982 zum Priester. Als Kaplan kam er nach Köln-Weiden, wo er 3,5 Jahre blieb. Weitere 4,5 Jahre verbrachte er in Kerpen-Horrem und -Götzenkirchen. Ab 1990 musste er als Pfarrer zwei Pfarreien betreuen, in Euskirchen-Kuchenheim und -Weidesheim. 1999 wurde er nach Solingen-Krahenhöhe und -Schloss Burg (wieder zwei Pfarreien) versetzt, wo er als Pfarrer in einem Seelsorgebereich seinen Dienst versah. 2005 wurde er Leitender Pfarrer in Wissen im Seelsorgebereich Obere Sieg und Kreisdechant von Altenkirchen. 2009 ging er nach Bödingen, wo er als Pfarrvikar im Seelsorgebereich Hennef-Ost für fünf Pfarreien eingesetzt wurde – mit dem territorialen Schwerpunkt in den Pfarreien Stadt Blankenberg und Bödingen. Sein besonderer Schwerpunkt liegt in der Seelsorge rund um die Wallfahrtskirche und beim neuen Hospiz in Bödingen.