Pfarrei der Woche in Wittichenau

Geschrieben am 28.09.2021

Eine katholische Enklave in Sachsen besuchen wir am ersten Oktobersonntag. Obwohl der Anteil der sächsischen Katholiken landesweit nur bei 3,8 Prozent liegt, sind in Wittichenau mehr als die Hälfte der Einwohner katholisch. Zusammen mit einer protestantischen Minderheit kommen die Christen in dem Städtchen bei Bautzen sogar auf über 60 Prozent.

Was macht Wittichenau so besonders? Warum haben die Einwohner auch in DDR-Zeiten am katholischen Glauben so stark festgehalten? Das läge am jahrhundertelangen Einfluss des Zisterzienserinnenklosters St. Marienstern, schreibt die Stadtverwaltung auf ihrer Website. Doch vielleicht kommt es auch von der sorbischen Sprache und Kultur. Ein Drittel aller 6.000 Einwohner sind Sorben und somit zweisprachig. In unserer Pfarrei der Woche gibt es sogar einen eigenen Sorbenseelsorger. Pfarrer Gabriel Nawka ist mit dieser slawischen Kultur aufgewachsen.

Mehr dazu hören Sie im „Interview des Tages“ am 1. Oktober um 8:15 Uhr bei radio horeb. 

Schwarz-goldene Vorgartenkreuze

Schon von außen besehen fühlt sich ein katholischer Betrachter in Wittichenau daheim. Fast jedes freistehende Haus hat im Garten oder Vorgarten sein eigenes Kreuz stehen. Sogar die Stadt widmet dem katholischen Glauben auf dem Marktplatz ganz offen einen lobenden Gedenkstein, mit einer Inschrift vom Jahr 2000. An den besonderen Traditionen der Oberlausitz dürfen diesmal auch unserer Radiohörer teilhaben. Der Gottesdienst, den radio horeb am 3. Oktober überträgt, wird in Wittichenau als Rosenkranzfest gefeiert. Nachmittags gibt es vor Ort Prozessionen und Andachten, in denen sich die Rosenkranzbruderschaft engagiert. In der Pfarrkirche beeindrucken die großen lateinischen Unterschriften unter allen Heiligendarstellungen und biblischen Szenen. „Apostoli in monte olivarum“, steht zum Beispiel in goldenen Lettern unter einem plastischen Bild der Jünger im Ölgarten. Hier findet sich jeder Betrachter zurecht – wenn er denn Latein kann

Natur und Literatur kommen nicht zu kurz

Rein touristische Sehenswürdigkeiten dürfen in und um Wittichenau auch nicht fehlen. Da gibt es zum Beispiel das „Dubringer Moor“, ein feuchtes Naturschutzgebiet mit Radwegen. Auf den Grund gehen kann man in dieser Region der Sage vom Krabat. Dieser geheimnisvollen Figur widmete Kinderbuchautor Otfried Preußler einen berühmten Jugendroman. Doch wer weiß, dass das historische Vorbild des „Krabat“ einst in Wittichenau die Bevölkerung in Staunen versetzt hat? Pfarrer Dr. Wolfgang Křesák erzählt davon äußerst spannend im Interview. Der leitende Priester unserer Pfarrei der Woche St. Mariä Himmelfahrt ist schon für sich genommen eine Institution. Mit seiner Diplomarbeit lieferte er der DDR-Geistlichkeit Stoff, um der Lehre des Marxismus-Leninismus zu widersprechen. Auch über seine Forschungen zu C.S. Lewis, dem Autor der „Narnia-Chroniken“, berichtet der Pfarrer liebenswürdig im Interview.

Unsere Kollegin Solveig Faustmann hat sich für Sie in Wittichenau umgesehen...



Liebe Hörer, ich freue mich auf die Beteiligung dieser traditionsreichen sächsischen Pfarrei an unserem Radioprogramm. Seien auch Sie dabei und schalten Sie ein am ersten Oktobersonntag. Oder noch besser – lernen Sie vor Ort unser Team kennen, das diesen Gottesdienst für Sie ins Radio bringt. Gerne informieren wir Sie am Sonntag auch über die Möglichkeit der Mitarbeit in unserem ehrenamtlichen Team Deutschland aus der Region Dresden und Leipzig. „Hören und handeln“, das empfiehlt Ihnen Ihre

Solveig Faustmann vom Team „Pfarrei der Woche“ 

Das Interview mit Pfarrer Dr. Wolfgang Křesák hören Sie am Donnerstag, den 30. September, um 13:00 Uhr in unserer Talk- und Musiksendung und das Interview mit Gabriel Nawka hören Sie am Freitag, den 01. Otober um 08:15 Uhr in unserem Tagesgespräch.

Die  Stadt Wittichenau im Intenet. 

Die Homepage der Pfarrei Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt finden Sie hier