Pfarrei der Woche aus Kloster Reutberg und Dietramszell

Geschrieben am 24.02.2022

Aus dem idyllisch gelegenen und gutbesuchten Kloster Reutberg im Bad Tölzer Naherholungsgebiet Kirchseemoor übertragen wir am Sonntag den Gottesdienst.

Ein Traktor, zwei Radfahrer, drei Fußgänger und vier Autos an der stillen Kreuzung zwischen Kloster und See: Es ist wieder schönes Wetter im Bad Tölzer Naherholungsgebiet Kirchseemoor. 

Die Moorlandschaft rund um den Kirchsee hat mehr zu bieten als Radlfahren mit Alpenblick. Einen echt oberbayerischen Dreiklang von Wallfahrt, Bier und gutem Essen findet der Besucher auf dem Reutberg. Freundlich lächelt die Muttergottes mit dem Kind im Arm auf den Pilger herab, hell angestrahlt in der dunklen Kirche. Das Kloster der 100 Bilder, so könnte man den verborgenen Klausurbereich der Franziskanerinnen nennen. Eine ganze Ahnengalerie längst verstorbener Nonnen in altertümlicher Tracht blickt auf die Postulantinnen und Novizinnen herab. Spruchbänder unter den Heiligen, den Kreuzen und den Engeln verdeutlichen eine Botschaft: Gott gebührt im Leben der erste Platz. Das hat auch Schwester Maria Fidelis Weiß beherzigt. Die gebürtige Kemptnerin starb 1923 auf dem Reutberg. Zu ihrem Grab kommen unzählige Beter. Papst Benedikt XVI. hat der Nonne 2007 den heroischen Tugendgrad verliehen.


Wie spät ist es?

Wer schon einmal versucht hat, an der barocken Wanduhr im Hof oder in der Kirche die Zeit abzulesen, wappnet sich gegen Frust: Überall sind die Zeiger vertauscht. Lange Stunden- und kurze Minutenzeiger geben Rätsel auf. Die Verwalterin von so viel Zeitlosigkeit, Oberin Sr. Maria Benedicta Tschugg, zeigt sich überraschend diesseitig und weltzugewandt. "Derzeit leben wir von der Substanz", sagt sie trocken. Für die Kirchenrenovierung fehlen noch viele Spenden. Am wichtigsten ist der Apostolischen Kommissarin derzeit ein personeller Neuaufbau. Schließlich wäre das Klosterleben am Reutberg fast ausgestorben. Aber nun tritt wieder eine Interessentin nach der anderen ein. "Es scheint, dass Gott und die Muttergottes Freude daran hatten, dass es weitergeht", so begründet die Abgesandte aus dem Koblenzer Kloster Bethlehem dieses "Wunder vom Reutberg".

Unsere Kollegin Solveig Faustmann hat sich für Sie am Reutberg umgesehen:



Keine Priesterweihe ohne Firmung

Die tapferen Pionierinnen auf dem Reutberg werden von ihrem Spiritual Andreas Wanka und zahlreichen weiteren Priestern unterstützt, die sich im Kloster die Klinke in die Hand geben. Einer davon ist Dekan Thomas Neuberger. Hauptberuflich steht er dem 20 km entfernten Pfarrverband Dietramszell vor. Bei 20 Kirchen in mehreren verstreuten Ortschaften mit hohem Katholikenanteil gibt es einiges zu tun. Trotzdem hat der Dekan noch Freude daran, als Rektor der Wallfahrtskirche auf dem Reutberg den Schwestern zur Seite zu stehen. Im Interview erzählt er von seinem ungewöhnlichen Weg zum Priestertum. Vor dem Eintritt ins Priesterseminar war er nicht einmal gefirmt. Aber das wurde schnell behoben.

Das Interview läuft am Donnerstag, 24. Februar, um 13 Uhr bei radio horeb - ab dann können Sie es hier nachhören!

Auch in Dietramszell waren wir unterwegs:



Liebe Hörer, über das Kloster Reutberg und den zwischen Kirchbichl, Linden und Ascholding beschaulich gelegenen Pfarrverband Dietramszell könnte man viel erzählen. Hören Sie heute dazu in radio horeb ein Interview. Oder überzeugen Sie sich vom Liebreiz der Wallfahrtskirche und kommen Sie zur Radiomesse am Sonntag, dem 27. Februar, um 10:00 Uhr. Auch die Pfarr- und Klosterkirche Dietramszell ist einen Besuch wert. Am Montagabend, 28. Februar , senden wir von dort einen zweiten Gottesdienst live um 18:30 Uhr.

Es freut sich auf Sie

Ihre Solveig Faustmann und das Team von "Pfarrei der Woche"