Pfarrei der Woche in Herzogenrath

Geschrieben am 21.09.2020

radio horeb ist in dieser Woche zu Gast in der Pfarrei St. Gertrud in Herzogenrath. Im Interview, das Sie heute um 13 Uhr hören, stellt der leitende Pfarrer, Dr. Guido Rodheudt, sich und seine Pfarrei vor. Der folgende Text stellt Ihnen die Historie der Stadt, die pastorale Ausrichtung, die Angebote und Strukturen sowie den Priester näher vor.

Herzogenrath und dessen Geschichte

Herzogenrath mit seinen rund 46.000 Einwohnern liegt ganz im Westen von Nordrhein-Westfalen in der unmittelbaren Nähe von Aachen und grenzt an die Niederlande. Die bereits im 12. Jahrhundert erwähnte Stadt bildete viele Jahre das geistige Zentrum der Region. Der Grund hierfür waren die Augustinerabtei und die Mönche, die sich dort niederließen. Lange hatte die Stadt eine grenzüberschreitende Lage und verband so die spanischen Niederlanden mit dem damaligen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Lange Zeit verlief die Grenze der Bistümer Köln und Lüttich durch Herzogenrath.

Pfarrer Dr. Guido Rodheudt

Der gebürtige Aachener wurde 1989 im Hohen Dom zu Aachen zum Priester geweiht und ist seit dem Jahr 2000 in Herzogenrath als leitender Priester der Seelsorgeeinheit tätig. Die Berufung fand Pfarrer Rodheudt vor allem durch das gläubige Elternhaus und den Kontakt zu Priestern und Ordensleuten. Heute publiziert der Pfarrer gelegentlich Artikel im Vatican-Magazin. Schwerpunktthemen sind für ihn die würdige Feier der Heiligen Messe, liturgische Grundgegebenheiten und der tridentinische Ritus, der in St. Gertrud gepflegt wird. Pfarrer Dr. Rodheudt ist seiner heimatlichen Wirkstätte sehr verbunden und liebt die Begegnungen mit den ihm anvertrauten Menschen. Unser Gastgeber schenkt uns einen Einblick in seine Berufungsgeschichte und seinen Wertegang. Der Primizspruch und eine geistige Erfahrung rundet das ausführliche und informative Interview ab.



Folgen von Corona

Corona bringt in der Pfarrei St. Gertrud, sowie überall, weitreichende Folgen und Änderungen mit sich. Neben den bekannten, distanzierenden Aspekten oder dem Rückgang der Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich der hl. Messe stellt sich die Frage was wichtig ist und für wen, gefolgt von einer Neubewertung der Prioritäten mit Blick auf die Neuevangelisierung. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage, was denn eine Pfarrei ist und welche Aufgaben sich ihr stellt.

Rüdiger Enders hat die Pfarrei im Vorfeld für Sie besucht:



Die Kirchengemeinde St. Gertrud

Pfarrer Dr. Rodheudt beschreibt eine katholische Pfarrei als einen Ort katholischen Lebens, in dem der Glaube geteilt und bezeugt wird. Der Priester als kontinuierliches Gegenüber der "Herde" ist der geistliche Leiter. Gestiftet im Rahmen des Heilswerks Christi, repräsentiert der Priester Christus und nimmt die Aufgaben der Lehre, Leitung und Heiligung der Anvertrauten wahr. Entscheidend dabei sind in einer Gemeinde die Sakramente, eine zeitgemäße Seelsorge und ein Traditionsbewusstsein. Erfreulicherweise kommen Menschen aufgrund einer Profilierung der Liturgie auch von Außerhalb, weil sie sich in der Pfarrei beheimatet wissen. Das Ziel sei der Aufbau einer intakten Christusbeziehung. Hierfür seien Anbetung, Sakramente und die Muttergottes entscheidend. Auf dieser Grundlage kämen viele neue, auch junge Menschen in die Gemeinde und fänden dort ihren Platz.

Die Eucharistie als Quelle

Die Eucharistie als die Quelle und der Höhepunkt des kirchlichen Lebens: Das ist Pfarrer Dr. Rodheudt wichtig. Von da aus gelingen sinnvolle Neuausrichtungen von Pfarreien und Gemeinden in die pastorale Zukunft. Die Mobilität müsste es möglich machen, sich künftig auch dort zu beheimaten, wo es zu einem seelsorglich ausgedünnten Angebot kommt. Die Wiederentdeckung der Eucharistischen Anbetung ist vermutlich Papst Benedikt XVI. zu verdanken.

Unser Gastgeber erinnert sich an die Abschlusskundgebung beim Weltjugendtag in Deutschland 2005, die zur Grundlage von "Nightfever" geworden sei. Es ist gut und segensreich, dass heute Bewegungen hin zu einer 24/7-Anbetung entstehen, die oft von Laien maßgeblich mitgetragen wird.



Pfarrkonzept

Traditionsbewusstsein und zeitgemäße Seelsorge auf sakramentaler Basis gehören für Dr. Rodheudt zusammen. Ohne Herkunft keine Zukunft mit der Sprache unserer Zeit und dabei das hörbar machen, was die Menschen hören sollen – so beschreibt es der leitende Priester. Die sakramentale Basis ist der Kern zur Weitergabe des Glaubens. Die Zusammenarbeit zwischen Priester und Laien funktioniere gut in der Pfarrei St. Gertrud Herzogenrath, bestätigt er. Das Ziel der Seelsorge, nämlich der Erreichung des ewigen Heils des Menschen in der ewigen Anschauung Gottes formuliert das Konzept sehr trefflich. Der Pfarrer stellt die für 2021 geplante Gemeindemission "Mission West" gemeinsam mit den Franziskanern der Erneuerung (unter anderem mit Pater Paulus Maria Tautz). 

Christus in die Mitte

Die Vernetzungsinitiative von Katholiken im Bistum Aachen mit dem Namen "Christus in der Mitte" hat das Ziel, Christus dort, wo er es nicht mehr ist, wieder in die Mitte zu stellen. Außerdem sind Mission und Glaubensweitergabe Schwerpunkte. Aktuell ist die Gründung eines Gebetshauses in Aachen (wie in Augsburg) in Planung.      

Die Kirche St. Getrud

Das Kirchengebäude ist ein Zusammenkommen mehrerer Epochen und deren Baustile, wie Barock und Neugotik. Für Pfarrer Rodheudt spiegelt dies eine Lebendigkeit wieder, und der Priester charakterisiert das Bauwerk mit den Worten Wärme, Schönheit und Heiligkeit.