Pfarrei der Woche aus Marienthal in Geisenheim

Geschrieben am 27.07.2021

Unsere aktuelle Pfarrei der Woche ist das Franziskanerkloster Marienthal im Rheingau im Bistum Limburg. Pater Bernardin Schröder feiert heute um 10:30 Uhr die Heilige Messe, die wir bundesweit übertragen. Bereits stellen wir Ihnen die Wallfahrtsstätte in Bild- und Textbeiträgen vor.

Marienthal im Rheingau

Marienthal, einer der ältesten deutschen Wallfahrtsorte liegt am sonnigen Südhang des bewaldeten Taunus und wird vom Elsterbach durchflossen. In früheren Jahrhunderten gab es viele Klöster im Rheingau. Das bekannteste ist das Kloster Eberbach, wo "Der Name der Rose" gedreht wurde.

Die kleine Wallfahrtskirche, der schön gestaltete Außenbereich mit seinen Kastanienbäumen, der große Kreuzweg und weitere Bildstöcke laden zu Ruhe und Gebet ein. Die Entstehung Marienthals reicht weit zurück.



1309 betete ein Jäger, namens Hecker Henn hier im Wald zu einem Bildstock der Schmerzhaften Gottesmutter, - einer Pieta - nachdem er das Augenlicht verloren hatte. Das Gebet fand Erhörung und er wurde geheilt. Am 8. September 1330 wurde die erste Wallfahrtskapelle eingeweiht, womit die Wallfahrt zu dem Vesperbild entstand. Auffallend ist der tote Jesus auf dem Schoß Mariens in der Größe eines Kindes.

Der Mainzer Erzbischof holte 1465 die Brüder vom gemeinsamen Leben nach Marienthal. Sie entfalteten ein reichhaltiges katechetisches Wirken. 28 Jahre nach der Erfindung der Buchdrucker-kunst entstand in Marienthal die erste Klosterdruckerei der Welt. Danach kamen Augustiner-Chorherren für einige Jahre. 1612 erhielten die Jesuiten den Auftrag, die Wallfahrt zu leiten. Sie brachten die Wallfahrt zur Blüte.

Als 1626 die Pest im Rheingau wütet, stellten sich die Bürger des Rheingaus unter den Schutz Mariens und die Pest hörte auf. 1773 mussten die Jesuiten gehen. Die Kapelle wurde abgebrochen, was zu einem tödlichen Unfall und der Einstellung des Abbruchs führte. Aus dem Schutthaufen wuchs eine Linde und man sah es, wieder von einer Gebetserhörung begleitet, als Zeichen für den Neubau einer kleinen Kirche an gleicher Stelle. 64 Jahre waren zwischenzeitlich ins Land gegangen. 1873 übernahmen die Franziskaner an die Wallfahrtsstätte. 1858 schnitzte man eine Immakulata - Statue aus dem Holz der Linde, die die Außenwand des Klosters schmückt.

Die Seelsorge

Pater Bernardin ist mit zehn Mitbrüdern im Dienst der Seelsorge für Menschen, die Frieden, einen guten Gottesdienst und Erhörung in ihren Anliegen suchen. Man kann in Marienthal einige Tage im Ordenshausleben mit leben und arbeiten und erfährt selbstverständlich geistliche Begleitung.

Die Eucharistische Anbetung, die Beichte und das Erleben von Gemeinschaft sieht der Gastgeber als  wesentliche Angebote für den Glaubensvollzug. Für Pater Bernardin ist die Wiederentdeckung des Sakramentes der Beichte ein echtes Herzensanliegen.

Marienthal bietet neben einem geistig umfangreichen Angebot Adventur-Abende, Fatima-Tage und einen Medjugorje-Gebetskreis und erläutert dies im Interview.



Pater Bernardin   

Pater Bernardin wollte technischer Zeichner, später Ingenieur werden. Es meldeten sich während der Lehrzeit immer wieder Zweifel und Gedanken daran, Priester zu werden. Diesen stärker werdenden Stimmen ging Pater Bernardin nach. 1960 trat er in den Orden der Franziskaner ein. Pater Bernardin war immer wieder an Wallfahrtsorten tätig - er entdeckte die Liebe zum Wort Gottes und zur Gottesmutter.



"Und Du Kind wirst Prophet des Höchsten heißen, denn Du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten, Du wirst sein Volk in der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden..." lautet sein Primizspruch. Pater Bernardin möchte Menschen beschenken - und tut dies in der Erfahrung der Vergebung.





Ich freue mich, Sie persönlich vor Ort kennenzulernen und lade Sie herzlich ein, mit uns in Marienthal oder via Radio die Heilige Messe mitzufeiern!



Ihr Rüdiger Enders





Kloster Marienthal

Kloster Marienthal 1

65366 Geisenheim



Marienthal im Internet