Ref.: Prof. Dr. Barbara Schneider, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Vorsitzende des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland (NaSPro), Köln
Die Zahl der Suizide ist in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich angestiegen. Vor allem scheinen immer mehr hochbetagte Frauen die neue Möglichkeit des assistierten Suizids in Anspruch zu nehmen. Als Vorsitzende des Nationalen Suizidpräventionsprogramms beobachtet die Psychiaterin und Psychotherapeutin Prof. Dr. Barbara Schneider die Entwicklung mit Sorge: In was für eine Zukunft gehen wir, wenn Suizide eine normale Art zu sterben werden?
Gleichzeitig ist sie davon überzeugt, dass gerade die unmittelbare Umgebung von suizidgefährdeten Menschen eine entscheidenden Rolle bei der Vorbeugung spielen kann. Doch leider fühlen sich viele Menschen bei dem Thema unsicher und haben Angst, etwas Falsches zu sagen - weshalb sie am Ende gar nichts tun. In der Lebenshilfe beschreibt Prof. Schneider, was in einem suizidgefährdeten Menschen vorgeht - und wie Familie und Freunde hilfreich mit der Situation umgehen können. Außerdem denken wir über die Rahmenbedingungen für eine Gesellschaft nach, in der Menschen nicht mit der Angst leben müssen, für ihre Mitmenschen nur eine kostspielige Bürde zu sein.
10.09.2026
